In vielen Altbauten steckt mehr als Putz und Ziegel. Wer beim Rückbau auf Asbest oder andere Schadstoffe trifft, sollte eines tun: aufhören. Wir zeigen, wo die Gefahr sitzt, wie man Verdacht erkennt – und wie wir ehrlich damit umgehen.
Kein Rückbau ist es wert, sich oder andere zu gefährden. Deshalb sagen wir hier offen, wo unsere Arbeit aufhört und die von Spezialisten beginnt.
Gerade in Altbauten aus der Zeit vor 1993 lauern Stoffe, die man dem Material nicht ansieht: Asbest im Bodenkleber, künstliche Mineralfasern in der Dämmung, PAK in alter Dachpappe, PCB in Fugenmassen. Solange nichts bewegt wird, sind sie oft harmlos. Beim Abschleifen, Stemmen oder Reißen aber werden Fasern und Stäube frei – und die atmet man ein.
Hier sind wir bewusst ehrlich: Die Sanierung solcher Stoffe übernehmen wir nicht selbst. Sie ist einem nach TRGS 519 zugelassenen Fachbetrieb vorbehalten. Unsere Aufgabe ist, den Verdacht zu erkennen, die Arbeit zu stoppen und den richtigen Spezialisten einzubinden – und nach der Freigabe sauber weiterzumachen.
Man muss kein Gutachter sein, um wachsam zu werden. Diese sechs Stellen sind die häufigsten Fundorte – wenn Ihr Gebäude aus der Zeit vor 1993 stammt, lohnt hier ein zweiter Blick.
Wichtig: Diese Liste ersetzt keine Untersuchung. Sie hilft nur, den Verdacht früh zu erkennen. Trifft einer dieser Punkte auf Ihr Objekt zu, sprechen Sie uns bei der Entkernung oder dem Abbruch vorab an – dann planen wir die Probe von Anfang an mit ein, statt mitten in der Baustelle überrascht zu werden.
Ist die Schadstoffsanierung durch den Fachbetrieb erledigt und die Fläche freigegeben, übernehmen wir den regulären Rückbau. Dann greift unser sauberes Vorgehen wie gewohnt.
Schadstoffe gehören in eine getrennte, dokumentierte Entsorgung – niemals in den normalen Bauschutt. Das übernimmt der zugelassene Fachbetrieb mit eigenem Nachweis. Was danach an regulärem Material übrig bleibt, trennen und verwerten wir wie bei jedem Projekt: Bauschutt, Holz und Metall sauber getrennt.
So bleibt der ganze Ablauf in einer sauberen Kette – vom erkannten Verdacht über die Fachsanierung bis zum dokumentierten Rückbau. Wie wir regulären Bauschutt verwerten, steht im Ratgeber zu Entsorgungsnachweis und Recycling. Die Container laufen über unsere eigene Entsorgung.
„Lieber sage ich einem Kunden, dass wir stoppen und einen Spezialisten brauchen, als dass irgendjemand alten Asbeststaub einatmet. Ehrlichkeit ist hier keine Höflichkeit, sondern Pflicht.“
— Erhan Yılmaz, Gründer ORIDIS
Woran erkenne ich Asbest im Altbau?
Mit bloßem Auge gar nicht sicher. Verdacht ergibt sich aus Baujahr und Material: alte Boden- und Fliesenkleber, Vinyl-Asbest-Platten, Dämmungen, Dachpappe oder Nachtspeicheröfen. Sicherheit bringt nur eine Materialprobe im Fachlabor – nicht das Ausprobieren vor Ort.
Ab welchem Baujahr besteht Gefahr?
Asbest wurde in Deutschland bis 1993 verbaut, andere Schadstoffe wie PCB oder PAK auch. Bei Gebäuden aus dieser Zeit lohnt es sich, vor dem Rückbau genauer hinzuschauen. Je älter und unsanierter, desto höher die Wahrscheinlichkeit.
Macht ORIDIS die Asbestsanierung selbst?
Nein. Die Sanierung asbesthaltiger Stoffe darf nur ein nach TRGS 519 zugelassener Fachbetrieb ausführen – die haben wir bewusst nicht. Wir erkennen den Verdacht, stoppen die Arbeit und koordinieren einen zugelassenen Fachbetrieb. Erst nach der Freigabe übernehmen wir den sauberen Rückbau.
Darf ich alten Bodenkleber selbst entfernen?
Bei Verdacht auf Asbest auf keinen Fall. Beim Abschleifen oder Abstemmen werden Fasern freigesetzt, die man einatmet – genau das ist gefährlich. Lassen Sie im Zweifel erst eine Probe nehmen, bevor irgendjemand das Werkzeug ansetzt.
Wie läuft eine Schadstoffprobe ab?
Ein Fachbetrieb entnimmt gezielt Materialproben und lässt sie im akkreditierten Labor analysieren. Das Ergebnis sagt, ob und welcher Schadstoff enthalten ist – die Grundlage für das weitere Vorgehen. Wir stellen den Kontakt her und stimmen den Ablauf mit ab.
Was passiert nach der Schadstoffsanierung?
Ist der Fachbetrieb fertig und die Fläche freigegeben, übernehmen wir den regulären Rückbau: entkernen, trennen, sauber entsorgen mit Nachweis. So greift beides sauber ineinander, ohne dass Sie mehrere Gewerke selbst koordinieren müssen.