Rückbau, während über und unter Ihnen Menschen wohnen? Das geht – wenn der Staub gar nicht erst durchs Haus zieht. Wir zeigen, mit welchen Mitteln sich Feinstaub am Entstehungsort halten lässt und wie Ihr Treppenhaus sauber bleibt.
Nicht der Lärm bringt die meisten Nachbarschafts-Beschwerden, sondern der graue Film auf dem Treppengeländer. Genau der lässt sich verhindern.
Wenn eine einzelne Wohnung entkernt wird, wohnen ringsum meist Menschen weiter. Der kritische Punkt ist nicht die Wohnung selbst – dort wird ohnehin alles neu –, sondern alles dahinter: Flur, Treppenhaus, Aufzug, der Weg bis zum Container. Zieht der Staub dorthin, ist der Ärger programmiert.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Aufbau bleibt der Feinstaub dort, wo er entsteht. Es braucht kein Wundermittel, sondern konsequente Absaugung, dichte Abschottung und ein bisschen Rücksicht. Wie das im Detail aussieht, zeigen wir hier.
Keiner dieser Punkte ist für sich spektakulär. Erst zusammen sorgen sie dafür, dass die Wohnung neben Ihnen entkernt wird, ohne dass Ihr Zuhause grau wird.
An der Wohnungstür entsteht eine dichte Grenze: Staubschutzwände mit Reißverschluss-Schleuse trennen die Baustelle vom Rest des Hauses. Wer rein- und rausgeht, schleust – der Staub bleibt drinnen.
Alle Transportwege werden abgedeckt, bevor der erste Sack getragen wird. Folie und Vlies auf Stufen und Aufzugboden fangen ab, was sonst als grauer Streifen bis zur Haustür führt.
Stemmhammer, Flex und Schleifer laufen mit angeschlossenem Industriesauger der Staubklasse H. Der Staub wird abgesaugt, wo er entsteht – nicht erst, wenn er längst in der Luft hängt.
Was doch in die Luft gerät, holen Luftreiniger mit Feinfilter wieder heraus. Im Unterdruck gehalten, zieht die abgeschottete Wohnung Luft nach innen statt Staub nach außen zu drücken.
Wir halten die üblichen Ruhezeiten ein und legen die lautesten Arbeiten in verträgliche Fenster. Ein kurzer Aushang im Hausflur vorab sagt allen, was wann passiert – das nimmt spürbar Druck raus.
Am Ende wird nicht nur grob gekehrt, sondern nachgesaugt und abgewischt – auch im Treppenhaus. Das Haus soll aussehen, als wäre nie ein Container dagewesen. Nur die Wohnung ist jetzt leer.
Konkret um Ihre Wohnung geht es auf der Seite Wohnungsentkernung; den gesamten Ablauf finden Sie im Ratgeber zum Ablauf einer Entkernung. Wir arbeiten in ganz Berlin – unter anderem in Neukölln, Mitte und Tempelhof, wo dichter Altbau die Regel ist.
Staubarm arbeiten schützt nicht nur Ihr Treppengeländer. Es hält die Belastung für Bewohner und Bauleute klein – und passt zu unserem Anspruch, sauber zu arbeiten und sauber zu hinterlassen.
Bauschutt-Feinstaub reizt die Atemwege, und in alter Bausubstanz können zusätzlich Schadstoffe stecken. Jedes Gramm, das direkt am Werkzeug abgesaugt wird, gelangt gar nicht erst in die Luft, die andere einatmen. Guter Staubschutz ist deshalb zuerst Gesundheitsschutz – für die Nachbarn wie für unser Team.
Und der abgesaugte Staub verschwindet nicht einfach: Er landet mit dem übrigen Material in der getrennten Entsorgung. Wie wir Bauschutt trennen und mit Nachweis verwerten, lesen Sie im Ratgeber zu Entsorgungsnachweis und Recycling. So bleibt der Rückbau von Anfang bis Ende sauber.
„Ob wir sauber gearbeitet haben, sieht man nicht in der Wohnung – die ist ja leer. Man sieht es am Treppengeländer der Nachbarn. Das muss blitzblank bleiben.“
— Erhan Yılmaz, Gründer ORIDIS
Kann man entkernen, während im Haus noch Mieter wohnen?
Ja, das ist der Normalfall bei einzelnen Wohnungen im Mehrfamilienhaus. Mit Staubschutzwänden, geschützten Wegen und H-Klasse-Saugern lässt sich der Staub so weit begrenzen, dass die übrigen Bewohner kaum etwas mitbekommen.
Wie viel Staub entsteht wirklich?
Ganz staubfrei geht Rückbau nicht – aber der Unterschied zwischen ungeschützt und fachgerecht ist enorm. Wird der Staub direkt am Werkzeug abgesaugt und die Wohnung abgeschottet, bleibt der Feinstaub am Entstehungsort statt sich im ganzen Haus zu verteilen.
Was bedeutet Staubklasse H?
Staubklasse H ist die höchste Stufe bei Bau-Industriesaugern. Solche Geräte filtern auch feinsten und gesundheitsgefährdenden Staub zuverlässig aus der Abluft. Für Rückbau im bewohnten Gebäude ist das der richtige Standard.
Muss das Treppenhaus geschützt werden?
Unbedingt. Treppenhaus, Aufzug und alle Transportwege decken wir ab, bevor der erste Schuttsack getragen wird. Sonst zieht sich der Staub über die Laufwege durch das ganze Haus – genau da entsteht sonst der meiste Ärger mit Nachbarn.
Wird zu bestimmten Zeiten gearbeitet?
Wir halten die üblichen Ruhezeiten ein und stimmen laute Arbeiten so ab, dass die Belastung für die Nachbarn möglichst gering bleibt. Eine kurze Info im Hausflur vorab nimmt zusätzlich viel Unmut heraus.
Ist der Feinstaub gesundheitlich ein Problem?
Bauschutt-Feinstaub kann Atemwege reizen, und alte Bausubstanz kann zusätzlich Schadstoffe enthalten. Deshalb saugen wir direkt an der Quelle ab und schotten ab – das schützt die Bewohner und unsere Leute gleichermaßen.